"Reichsbewegte und Querdenkende"

Vortrag von Andreas Speit

Dienstag, 28. Februar 2023, 19.30 Uhr, Romantik Bad Rehburg

 

 

taz-Leser kennen Andreas Speit durch seine Kolumne „Der rechte Rand“. Der Journalist ist Experte für alles, was sich an diesem Rand befindet und bewegt. Zu uns kommt er mit einem Vortrag über sogenannte „Reichsbürger“ und Querdenkende – aus aktuellem Anlass.

 

 

 Das Netzwerk um Heinrich XIII Prinz Reuß, den ehemaligen Oberstleutnant der Bundeswehr Rüdiger von Pescatore, sowie der früheren AfD-Bundestagsabgeordneten und Richterin Birgit Malsack-Winkemann plante, am Tag X im Bundestag Abgeordnete festzusetzen und bundesweit die Stromversorgungen zu unterbrechen. Ihr Ziel: In den Unruhen eine neue Regierung mit dem Prinzen an der Staatsspitze zu bilden. Der Tod von Betroffenen wurde „billigend in Kauf genommen“, so der Generalbundesanwalt.

 Anfang Dezember 2022 flogen diese Pläne auf, in bundesweiten Razzien wurden Beweise gesichert und Verschwörer dieser „Patriotischen Union“, wie sie sich nennen, festgenommen.

Im Netzwerk um Reuß hatten sich Reichsbewegte und „Querdenkende“ vereint und radikalisiert - eine Entwicklung zweier Spektren in der Mitte der Gesellschaft, die in deren innerer Logik angelegt ist.

 Die „Querdenker“ geben vor, für Freiheit- und Grundrechte auf die Straße zu gehen und wähnen sich wegen der Pandemie-Maßnahmen auf einem Weg in eine Diktatur. Das Maskengebot sei ein politischer Maulkorb, die Impfempfehlung ein körperlicher Angriff. Die Freiheit eines Reiches wollen die Reichsbewegten erreichen, die Bundesrepublik sehen sie als ein Konstrukt der Fremdherrschaft an.

 

Ablehnung von Demokratie aus der Mitte der Gesellschaft

 

 Das Grundgesetz hat für Reichsbewegte und „Querdenkende“ keine Gültigkeit – teils aus unterschiedlichen Motiven. Die Tendenz der Delegitimierung des Staates und zu Verschwörungsnarrativen haben beide Bewegungen jedoch gemein. Die Ablehnung von Aufklärung, Demokratie, Liberalismus und Humanismus beschränkt sich unterdessen nicht auf das herkömmlich rechte Milieu, sie besitzt eine lange Kontinuität im alternativ-bürgerlichen Milieu.

 Diese Weltbilder einer „gekränkten Freiheit“, die sich emanzipatorisch gebärdet, aber rechtes Gedankengut verbreitet, hinterfragt Andreas Speit in seinem Vortrag.

 

 

Die Aufdeckung der Putsch-Pläne ist ein aktueller Anlass für diesen Vortrag. Für uns, den Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum, besteht allerdings ein weiterer Grund, einen Beitrag zur Information über solche Bewegungen am rechten Rand anzubieten. Denn es zeigt sich, dass Gedankengut dieser Art nicht nur „irgendwo in Deutschland“ verbreitet beziehungsweise vertreten wird. Nicht nur „irgendwo“ – sondern auch in unserer Stadt.

 

Die Teilnahme an dem Vortrag ist kostenlos.

Anmeldungen sind – mit Angabe von Namen, Anschrift und Telefonnummer – notwendig und werden per E-Mail an arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de angenommen. 

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