Eine deutsch-jüdische Liebesgeschichte

Vortrag von Jens Gundlach über jiddische Sprache

Kein linguistisches Seminar, sondern eine Schilderung bunten jüdischen Lebens vor dem Holocaust verspricht Dr. Jens Gundlach mit seinem Vortrag „Jiddisch. Eine deutsch-jüdische Liebesgeschichte – mit tragischen Abstürzen“. Am Mittwoch, 13. Juni, 19.30 Uhr, erzählt er diese Geschichte in unseren Räumen im Obergeschoss des Rehburger „Raths-Kellers“.

Rund 1000 Jahre alt ist das Jiddische, besteht zu 75 Prozent aus Mittelhochdeutsch und fügt dem Anklänge aus dem Hebräischen und Slawischen hinzu, mischt Rotwelsch und weitere Sprachen darunter. Viele kräftige Begriffe aus dem Jiddischen sind längst in den hochdeutschen Sprachgebrauch integriert worden. Tacheles reden und meschugge sein sind nur zwei Beispiele. Jiddisch, sagt Gundlach, sei zudem eine Sprache, die nach wie vor lebe und gelebt werde – und deren Nutzer ihr auch heute noch neue Wortschöpfungen hinzufügen würden. Juden in New York bezeichneten etwa Emails als „Blitzbrief“ und ein Popkonzert werde nur als „Singerei“ bezeichnet.

 

Welche Bedeutung das Jiddische hatte und hat, wie es unsere deutsche Sprache geprägt hat und dadurch in mancherlei Beziehung wohl eine deutsch-jüdische Liebesgeschichte über die Jahrhunderte fortgeführt wurde, will Gundlach an diesem Abend darlegen und mit Bildern untermalen.

Jens Gundlach arbeitete nach dem Studium der Theologie als Journalist für die „Welt“ und die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“. Er war Mitglied des Konvents der Evangelischen Akademie Loccum und ist Begründer des Pilgerweges Loccum-Volkenroda. Im Jahr 2009 promovierte er. Seine Doktorarbeit trägt den Titel „Heinz Brunotte – 1896 bis 1984. Anpassung des Evangeliums an die NS-Diktatur“. Einen Vortrag bei uns hält er nicht zum ersten Mal. Bereits 2015 war er unser Gast mit dem Thema „Luther und die Juden“.

Dieser Vortrag ist eine kleine Premiere. Nachdem wir Anfang Mai eigene Ausstellungs- und Seminarräume im Obergeschoss des „Raths-Kellers“ bezogen haben, starten wir nun mit diesem Vortrag über die jiddische Sprache in ein kleines Kulturprogramm. In loser Folge sollen gelegentlich kleine Schätze gehoben werden, die sich sowohl mit geschichtlichen als auch mit aktuellen Aspekten auseinandersetzen. Unter anderem sind Diskussionen, Vorträge und Lesungen in Planung.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei. Spenden werden gerne genommen. Unsere Räume sind über den Eingang zum Bürgersaal im Rehburger „Raths-Keller“ zu erreichen.

     Heidtorstraße 1
     31547 Rehburg-Loccum

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