„Furcht und Elend des Dritten Reiches“

Literarischer Abend beim Stolperstein-Arbeitskreis

Einen literarischen Abend mit Auszügen aus Bertold Brechts „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ bieten wir für Dienstag, 25. September, 19.30 Uhr, in unseren Ausstellungsräumen im Gebäude des Rehburger „Raths-Kellers“ an. Mitglieder unseres Arbeitskreises gestalten den Abend als szenische Lesung.

Einige Telefongespräche führt sie noch, bevor sie abreist. Nach Amsterdam, weil das Leben für sie in Deutschland nicht mehr zu ertragen ist. Um sich zu verabschieden. Und darum zu bitten, dass sich jemand um ihren Mann kümmert. Kaum hat sie den Hörer zum letzten Mal aufgelegt, beginnt sie zu überlegen, wie sie es ihrem Mann sagen kann. Dass die Koffer gepackt sind, sie gleich abfahren wird. „Es ist ja nur für einige Wochen.“ – Wird sie ihm das sagen? Wird er ihr das glauben? Und ihr dennoch, jetzt, im Frühjahr, den Pelzmantel reichen? Ihr - der jüdischen Frau im Jahr 1935 in Nazi-Deutschland?

Aus 24 Szenen besteht Brechts „Furcht und Elend des Dritten Reiches“. Geschrieben hat er sie in den Jahren 1934 bis 1938 und hat darin viele Aspekte zusammengefasst, die schon damals deutlich darauf hinwiesen, dass das Dritte Reich nichts als Furcht und Elend mit sich bringen würde: Die Eltern, die ihren Sohn verdächtigen, sie zu denunzieren. Die Frau, die abgeführt wird, weil sie im ordentlich geführten Haushaltsbuch vermerkt hat, dass alles teurer geworden ist.

Beispiele gab es genug, Brecht bediente sich ihrer für seine Szenen und fügte sie zu einem eindringlichen Bild jener Jahre in Deutschland zusammen. Max Frisch schrieb über Brechts Szenen: „Ein Freund sagte mir: Das alles, was Brecht hier zeigt, erscheine ihm heute fast harmlos, gegenüber den späteren Ereignissen. Darin liegt vielleicht der größte Vorzug; die Ereignisse kennen wir, wir suchen die Anfänge.“

Initiator des Abends ist der Loccumer Peter Neu, Mitglied unseres Arbeitskreises und Germanist. Die sieben ausgewählten Szenen werden von weiteren Arbeitskreis-Mitgliedern gelesen. Der Eintritt zu dem literarischen Abend ist kostenlos.

Zu beachten geben wir, dass der Zugang zu unseren Räumen nicht barrierefrei ist. Sofern Besucher kommen möchte, für die eine Treppe ein Hindernis darstellt, bitten wir um vorherige Kontaktaufnahme unter der Nummer (0 50 37) 13 89 oder unter arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de. Gemeinsam wird dann nach individuellen Lösungen gesucht.

     Heidtorstraße 1
     31547 Rehburg-Loccum

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