„Sie waren Nachbarn“ im Krankenhaus Stolzenau

Gerd-Jürgen Groß referiert zur Ausstellungseröffnung

am Sonntag, 28. Februar 2016, um 15.00 Uhr im Helios-Klinikum Mittelweser Stolzenau

Zur Vernissage der Ausstellung „Sie waren Nachbarn – geflüchtet, deportiert, ermordet“ sind Interessierte für Sonntag, den 28. Februar 2016, 15 Uhr, in die Helios-Klinik Mittelweser in Stolzenau eingeladen. Zu Deportationen und Kindertransporten von Juden zur NS-Zeit im Landkreis Nienburg wird Gerd-Jürgen Groß einen Vortrag halten.

Januar 1939: 13 Jahre alt ist Paula gewesen, als sie von ihrer Familie auf die Flucht geschickt wurde in ein Land, dessen Sprache sie nicht konnte und in dem sie niemanden kannte. Die Anfeindungen waren immer größer geworden, die Bedrohungen immer realer. Flucht war das, was ihre Eltern als Rettung erkannten. Mit einem der so genannten Kindertransporte konnte Paula fliehen – die britische Regierung hatte seinerzeit beschlossen, den in Deutschland verfolgten Juden zu helfen, indem sie zunächst 5.000 Kindern gestattete, nach Groß­britan­nien zu kommen. Paula gehörte zu jenen Kindern, die ausgewählt wurden. Als sie sich im Januar 1939 von ihrer Mutter, ihrem Vater und ihren fünf Geschwistern verab­schie­dete, war das eine Trennung für immer. Die in Bad Rehburg zurückbleibende Familie Freundlich wurde drei Jahre später in das Ghetto Warschau deportiert und wenig später ermordet. Paula Freundlich ist in Großbritannien geblieben und hat überlebt.

 

„Sie waren Nachbarn“ heißt die Ausstellung, die der Arbeitskreis „Stolpersteine Rehburg-Loccum“ konzipiert hat und in deren Mittelpunkt das Leben der jüdischen Gemeinde Rehburg vor und während der NS-Zeit steht. „Geflüchtet, deportiert, ermordet“ lautet die Unterzeile. Das Schicksal der Familie Freundlich ist eines, das wir in den Blick genommen haben. Zur Eröffnung der Ausstellung in 2014 in der „Romantik Bad Rehburg“ reiste auch Paula Freundlich an – im Park der Anlage und nur wenige Schritte von ihrem Elternhaus entfernt, stand sie dort neben ihrem eigenen 13-jährigen Schattenriss, der ein Teil der Ausstellung ist.

Mit den Deportationen und Kinder­transporten im Landkreis Nienburg hat sich auch Gerd-Jürgen Groß auseinander gesetzt. Er wird einen Vortrag zu diesem Thema bei der Vernissage halten. Groß ist Autor des Buches „Sie lebten nebenan“, das sich mit deportierten und ermordeten Juden aus dem Landkreis auseinandersetzt.


Die Ausstellung wird in der Klinik in Stolzenau, Holzhäuser Weg 28, bis zum 18. Mai zu sehen sein. Führungen für Schulklassen und auch andere Gruppen sind möglich und können unter der Telefonnummer (0 50 37) 13 89 angemeldet werden.

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