Stolperstein-Initiativen vernetzen sich

Kooperationen von Gruppen aus vielen Kommunen vereinbart

Zahlreiche Stolperstein-Initiativen ziehen an einem Strang und arbeiten bislang doch kaum gemeinsam. Um solche Zusammenarbeit zu fördern haben unser Arbeitskreis gemeinsam mit der Stolperstein-Initiative im Bürger- und Heimatverein Stolzenau Gruppen aus den Landkreisen Nienburg, Schaumburg, Minden und der Region Hannover nach Rehburg eingeladen.

Zum ersten Vernetzungstreffen von Stolperstein-Initiativen in Rehburg ist das Interesse groß gewesen.
Zum ersten Vernetzungstreffen von Stolperstein-Initiativen in Rehburg ist das Interesse groß gewesen.

Der Raum in unseren Ausstellungs- und Seminarräumen des Rehburg-Loccumer Arbeitskreises war kaum groß genug, um alle Interessierten zu fassen. Was die Stolzenauer und wir angeregt hatten, als eine Recherche nach einem jüdischen Opfer der Nationalsozialisten uns zusammenführte, war allem Anschein nach etwas, worauf auch andere gehofft hatten. 14 Stolperstein-Initiativen und andere Gruppen, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen, machten sich auf den Weg nach Rehburg, um andere kennenzulernen, von deren Arbeit künftig profitieren zu können und die anderen von den eigenen Ergebnissen profitieren zu lassen.

 

Unterschiedliche und doch wieder sehr ähnliche Ansätze der Initiativen wurden in der Vorstellungsrunde deutlich. Nahezu jede Gruppe hat sich bislang mit den jüdischen Gemeinden in ihren Kommunen auseinandergesetzt, viele haben Stolpersteine verlegen lassen, manche Ausstellungen entwickelt und viele arbeiten intensiv mit Jugendlichen. Akribische Recherche in Archiven und in Gesprächen mit Zeitzeugen gehört überall dazu, einige haben Bücher und Broschüren mit Ergebnissen veröffentlicht, andere setzen auf die Verbreitung ihrer Erkenntnisse durch Websites.

Vorstellung der Recherche auf großem Papier: Wolfgang Battermann (Petershagen), Heinrich Lustfeld (Rehburg-Loccum) und Ute Müller zeigen einen der zahlreichen Stammbäume, die entstanden sind.
Vorstellung der Recherche auf großem Papier: Wolfgang Battermann (Petershagen), Heinrich Lustfeld (Rehburg-Loccum) und Ute Müller zeigen einen der zahlreichen Stammbäume, die entstanden sind.

Eigene Räume haben einige – wie etwa die Gruppen aus Stadthagen und Petershagen. Während in einigen Orten wie Bergkirchen die Recherchen noch am Anfang stehen, sind in anderen wie in Minden die Arbeiten an den Juden der Stadt nahezu abgeschlossen. Dort konzentriert sich die Gruppe nun auf die Opfer der „Euthanasie“. In Neustadt liegt der aktuelle Schwerpunkt auf den Tätern, und forscht die Dokumentationsstelle Liebenau in erster Linie zu Zwangsarbeitern, so beginnen auch weitere Gruppen, sich diesem Thema anzunähern. All das hier und dort zusammenzufügen und Fragen in die „große Runde“ stellen zu können, um zu schnelleren und besseren Ergebnissen zu kommen, ist eine Verabredung, die alle gerne trafen.

Austauschen wollen sich die Gruppen auch über ihre pädagogischen Konzepte und fassten ebenso ins Auge, kulturelle Veranstaltungen übergreifend zu planen. Ein jährliches Treffen an wechselnden Orten soll es geben – für 2020 besteht bereits eine Einladung zur Gedenkstätte Porta, die dann eine Veranstaltungsreihe zum 75. Jahrestag des Ende des 2. Weltkrieges plant.
Initiativen, die ebenfalls interessiert sind an dieser Art der Vernetzung, können sich bei unserem Arbeitskreis anmelden unter arbeitskreis@stolperstein-rehburg-loccum.de.

Heidtorstraße 1
31547 Rehburg-Loccum

Tel.: 0 50 37 13 89
arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de

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Spendenkonto

Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum
Sparkasse Nienburg
IBAN: DE54 2565 0106 0036 1924 09
BIC: NOLADE21NIB

Kooperationspartner

Weitere Tipps

„Faktencheck zur NS Zeit für Schüler“
www.ns-zeit-hannover.de

Alte Synagoge Petershagen

www.synagoge-petershagen.de

Ehem. Synagoge Stadthagen

www.stadthagen-synagoge.de

KZ-Gedenk- und Dokumentationsstelle Porta Westfalica
www.gedenkstaette-porta.de