Stolpersteine Rehburg-Loccum – Das Projekt

Am 4. Oktober 2014 wurden die ersten Stolpersteine in Rehburg-Loccum verlegt - Steine im Pflaster der Straßen, mit denen wir an diejenigen erinnern wollen, die in unserer Stadt lebten und von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.


Wir beteiligen uns damit an dem Kunstprojekt von Gunter Demnig, der solche Steine bereits an vielen Orten in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern verlegt hat.

‚Wir’ - das ist ein Kreis von mittlerweile rund 30 Rehburg-Loccumern, die daran arbeiten, die Erinnerung an diese Verfolgten wach zu halten und diese Erinnerung gleichzeitig Mahnung für heute und die Zukunft sein zu lassen.


Wie entwickelt sich solch eine Initiative wie unsere?

Nun, am Anfang, im Sommer 2013, war da ein Rehburger der meinte, dass es an der Zeit sei, sich an die jüdische Gemeinde, die es in unserer Stadt gab, zu erinnern und diese Erinnerung über das Kunstprojekt ‚Stolpersteine’ von Gunter Demning auch sichtbar zu machen.

Er sprach einige andere Rehburg-Loccumer darauf an, fand Interesse, der Kreis wurde größer und weitere Überlegungen kamen hinzu.

 

Mittlerweile, ungefähr ein Jahr später, arbeiten rund 30 Rehburg-Loccumer intensiv mit an die- sem Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hier in der Stadt. Und noch viel mehr Menschen haben sich damit auseinandergesetzt, die uns auf vielerlei Art unterstützen.

 

Unser Projekt hat sich in diesem Prozess bis heute immer weiter entwickelt. Wir möchten erinnern an die Juden, die hier lebten, oft viele Generationen lang. Wir suchen aber auch nach Spuren anderer Verfolgter, die etwa der Euthanasie zum Opfer gefallen sind. Jedem kleinen Hinweis auf diese Menschen gehen wir nach und versuchen, uns ein Bild von den Menschen zu machen. Von dem Leben, das sie hier gelebt haben. Von dem, wie es ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus hier in der Stadt ergangen ist. Und von dem, was für sie danach kam.

 

Wir haben mittlerweile Kontakte zu Überlebenden. Gute, freundliche Kontakte, in denen aber auch immer wieder geschildert wird, was diesen Menschen widerfahren ist.

 

Ältere Rehburg-Loccumer erzählen uns manche Episoden, an die sie sich noch erinnern. Von älteren Juden, die zufrieden mit baumelnden Beinen auf der Bank vor ihrem Haus saßen. Oder auch von der Jüdin, die weinte, weil selbst ihre Kinder einen Judenstern an der Jacke tragen mussten.

 

Dieses und noch viel mehr tragen wir zusammen, um diejenigen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, die hier gelebt haben und die im besten Fall fliehen konnten, in der Mehrzahl aber deportiert und ermordet wurden.

 

Wir arbeiten an dieser Erinnerung aber auch, um zu mahnen. Auch heute noch werden Menschen ausgegrenzt, werden Menschen verfolgt, wird ihnen aus vielerlei Gründen Unrecht zugefügt. Ein kleiner Baustein gegen solche Ausgrenzungen, Verfolgungen, gegen solches Unrecht soll unser Projekt sein. Damit im Großen wie auch im Kleinen so etwas wie damals unter der Herrschaft der Nationalsozialisten nicht wieder geschehen kann.

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Kontakt

Sie haben Fragen? Sie haben Interesse? Sie wollen mitmachen? Wir freuen uns immer über Ihre Meinung!

 

Unsere E-Mail-Adresse: arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de

Weitere Tipps

Alte Synagoge Petershagen

Die Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen bietet zahlreiche Veranstaltungen an, die sich mit der Spuren­suche, der Erinnerung und der Aufarbeitung der NS-Zeit beschäftigen:
www.synagoge-petershagen.de
und www.facebook.com/
synagoge.petershagen

Ehem. Synagoge Stadthagen

Auch der Förderverein der  ehemaligen Synagoge in Stadthagen bietet Veranstaltungen rund um die Verlegung von Stolpersteinen an:
www.stadthagen-synagoge.de