Kerzen tanzen zum Chanukka

Jüdisches Puppen-Theater auch zur Prävention

Das einzige jüdische Puppentheater Deutschlands war am 9. und 10. Dezember 2019 bei unserem Arbeitskreis zu Gast. Alle Grundschüler Rehburg-Loccums aus den vierten Klassen und Rehburger Wilhelm-Busch-Schüler haben das Stück gesehen.

„Bubales“ nennt Puppenspielerin Shlomit Tripp ihr Theater – ein Wort, zusammengesetzt aus den hebräischen Begriffen für „Puppe“ und dem jiddischen für „kleiner Liebling“. Genauso sind auch ihre handgefertigten Puppen: Einfach zum Gern haben. Da ist Shlomo, der jüdische Junge, der sich fürchterlich ärgert, weil er Chanukka feiern muss – und um ihn herum feiern alle Weihnachten. Seine muslimische Freundin Aische und sein Schaf Mendel wollen Shlomos Laune steigern. Und dafür werden sie zu „Chanukka-Geistern“, die Shlomo erklären, weshalb dieses Fest überhaupt gefeiert wird. Neun Kerzen spielen ebenfalls eine Rolle – nahezu die schönsten der Puppen von Shlomit Tripp. Die tanzenden Kerzen, von denen acht die Chanukka-Kerzen sind, die von der neunten, dem Schamasch, nach und nach entzündet werden, können singen und tanzen und tun das dank der Fingerfertigkeit ihrer Erschafferin sogar alle gemeinsam.

Musik erklingt auch in diesem schwung- und humorvollen Stück. Ein bisschen auf Hebräisch, ein bisschen auf Deutsch, einige Lieder zum Mitsingen für das junge Publikum – was dieses begeistert aufgegriffen hat. Zum Ende des Stückes ist Shlomo doch ziemlich froh, Chanukka feiern zu dürfen. Und in jeder der vier Aufführungen in unserer Geschichts-Werkstatt hat ein begeistertes junges Publikum applaudiert und sich zum Abklatschen mit Shlomos Freundin Aische zum Abschied in Reihe aufgestellt.

Für Shlomit Tripp ist das Puppenspiel keine Nebensache – was viele Auftritte in der ganzen Republik allein in 2019 beweisen. Ihr hauptsächlicher Broterwerb ist es dennoch nicht. Kindern und auch allen anderen Altersklassen wollte sie aber gerne etwas von dem, was zu ihrem Leben als Jüdin gehört, was vielen anderen aber doch reichlich unbekannt ist, erklären. Wie beispielsweise Chanukka, dieses Fest, das in diesem Jahr am 22. Dezember beginnt und am 30. Dezember endet. Ein weiterer Grund sei ein winziges Stückchen Prävention, sagt sie. Die lustige und leichte Herangehensweise an jüdische Traditionen hinterlasse hoffentlich bei den Zuschauern ein gutes Gefühl – das gegen Antisemitismus helfen könne.

 

All das hatten wir ebenfalls im Hinterkopf, als wir an die Rehburg-Loccumer Schulen herantraten, um sie zu den „Bubales“ zur Adventszeit – und der Zeit kurz vor Chanukka – einzuladen. Geldgeber, die diese Ziele ebenfalls unterstützen wollten, gab es schnell: Neben unserem Arbeitskreis finanzieren der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Sparkasse Nienburg und die Fördervereine der Grundschulen Rehburg und Münchehagen das Puppenspiel für die Kinder.

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