„Hier sprach ein Mensch“

Jugendliche setzen sich mit Holocaust auseinander

DIE HARKE, 14. Juni 2014

„Max und Emmy Goldschmidt haben oft auf der Bank vor Ihrem Haus gesessen. Weil sie

so klein waren, baumelten ihre Beine dabei in der Luft.“

 

Rehburg-Loccum. Ein Seminar aus dem eine Lesung werden soll, in der sich Jugendliche mit Texten von Menschen in Konzentrationslagern befassen und einen Bogen zu der jüdischen Gemeinde in Rehburg schlagen, bietet die Evangelische Heimvolkshochschule Loccum an. „Hier sprach ein Mensch“ ist der Titel der Veranstaltung.

 

Max und Emmy auf der Bank vor ihrem Haus - das ist eine Erinnerung, die in Rehburg-Loccum noch besteht. Eine wertvolle und eine rare Erinnerung ist es - Max und Emmy Goldschmidt gehörten zu der jüdischen Gemeinde, die es in Rehburg gab bis die Nationalsozialisten sich daran machten, die Juden in Deutschland zu vernichten. Das Geschwisterpaar hat diese Verfolgung nicht überlebt und ist in Warschau ermordet worden.

An der Straße in Rehburg, an der Kersten Prasuhn mit der Erinnerung an Max und Emmy Gold- schmidt steht, hat das Geschwisterpaar noch in den 1930er Jahren auf seiner Bank gesessen
An der Straße in Rehburg, an der Kersten Prasuhn mit der Erinnerung an Max und Emmy Gold- schmidt steht, hat das Geschwisterpaar noch in den 1930er Jahren auf seiner Bank gesessen

So wie diesen beiden ist es 5,6 bis 6,3 Millionen Juden zur Zeit des Nationalsozialismus ergangen. Von Max und Emmy sind nur wenige Erinnerungen aus ihrem Leben in Rehburg überliefert worden. Von anderen Menschen, die zur Ermordung in Konzentrationslager gebracht wurden, existieren aber noch Briefe und andere Texte, die ein Gefühl für das vermitteln, was Menschen Menschen angetan haben.

 

Solche Texte und die Erinnerungen an die jüdische Gemeinde in Rehburg werden die Grundla- ge des Seminars „Hier sprach ein Mensch“ sein, das die Heimvolkshochschule für Jugendliche anbietet. Daraus wird eine Lesung konzipiert, die am Dienstag, dem 14. Oktober, 16.30 Uhr, in der „Romantik Bad Rehburg“ auf die Bühne kommen soll und später auch von interessierten Schulen gebucht werden kann.

 

Die Heimvolkshochschule arbeitet dazu in Kooperation mit der Projektgruppe „Stolpersteine Rehburg-Loccum“, die im Oktober dieses Jahres Steine im Pflaster der Straßen der Stadt zum Gedenken an die verfolgten Rehburg-Loccumer verlegen lassen wird. Die Recherche-Ergebnisse dieser Projektgruppe werden ebenso einbezogen wie auch die Ausstellung zu den verfolgten und ermordeten Rehburg-Loccumern, die von der Gruppe vorbereitet und im Oktober in der „Romantik Bad Rehburg“ gezeigt wird. „Wir wollen mit der Lesung deutlich machen, dass der Holocaust sich nicht nur irgendwo in Deutschland abgespielt hat, sondern dass er Menschen passiert ist, die vielleicht heute noch in unserer Mitte leben könnten“, sagt Kersten Prasuhn, pädagogischer Mitarbeiter der Heimvolkshochschule, der das Seminar leitet. Gefördert wird es durch das Programm „Schulen für Demokratie“ des Niedersächsischen Kultusministeriums. Für die teilnehmenden Schüler ist das Seminar kostenlos.

 

„Hier sprach ein Mensch“ ist für Dienstag, den 29. Juli, 15 bis 18 Uhr, Montag, den 8. September, 10 bis 15 Uhr, sowie für Donnerstag, den 25. September, 9 Uhr, bis Freitag, den 26. September, 15 Uhr inklusive einer Übernachtung in der Heimvolkshochschule geplant. In Absprache mit den jeweiligen Schulleitungen können interessierte Jugendliche für diese Tage von der Schule frei gestellt werden. Informationen erteilt Kersten Prasuhn unter der Telefonnummer (0 57 66) 96 09-21.

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Dies schrieb die Kreiszeitung am 20. Juni 2014
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