„Sie waren Nachbarn“

Rehburger Juden im Zentrum eines Veranstaltungsreigens

Wunstorfer Stadtanzeiger, 11. September 2014

BAD REHBURG (jan). Die Ergebnisse aus neun Monaten Arbeit wird der Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum ab dem 3. Oktober vorstellen – mit einer Ausstellung, Vortrag, Diskussion, Lesungen, einem konzertanten Nachmittag und der Verlegung von Steinen zum Gedenken an die Verfolgten des Nationalsozialismus.

Gemeinsam erarbeiten viele Rehburg-Loccumer das Stolperstein-Projekt für ihre Stadt.
Gemeinsam erarbeiten viele Rehburg-Loccumer das Stolperstein-Projekt für ihre Stadt.

Welche Ergebnisse die Recherchen insbesondere zu der jüdischen Gemeinde, die es bis zur Zeit des Nationalsozialismus in Rehburg gab, erbracht haben, ist zu großen Teilen auf der Website des Arbeitskreises www.stolpersteine-rehburg-loccum.de hinterlegt. Etliches soll dort aber noch weiter ausgeführt werden, wie etwa die Lebensläufe der Verfolgten. „Zum jüdischen Friedhof, zur Synagoge, zur Pogromnacht und auch zu einigen der Opfer haben wir dort unter anderem Texte stehen“, sagt Gabriele Arndt-Sandrock. Wie das Leben in Rehburg-Loccum in den 1930er Jahren war, Beispiele aus dem Alltagsleben der Juden in den Jahren zuvor, andere von Verfolgung, von Unterdrückung und auch von Zivilcourage in der NS-Zeit werde die Ausstellung zeigen. „Sie waren Nachbarn“ hat der Arbeitskreis als Titel gewählt und als Untertitel „geflüchtet, deportiert, ermordet“.

 

Wozu die Verfolgung der Juden in Rehburg-Loccum beispielsweise führte, erzählte Heinrich Lustfeld, der für die Stein-Verlegung verantwortlich ist. Wenn am 4. Oktober, 11.30 Uhr, die Verlegung in der Heidtorstraße 28 in Rehburg beginne, sagte er, dann werde auch Paula Calder, geborene Freundlich, mit ihrer Familie dabei sein. Paula Calder ist die einzige Überlebende einer achtköpfigen Familie aus Bad Rehburg. Als 13-Jährige wurde sie 1939 mit einem so genannten Kindertransport nach England geschickt. Die letzte Nachricht von ihrer Familie war ein Schreiben mit 25 Worten von ihrem Vater: Sie seien auf dem Weg nach Polen. Er sei mit den beiden Brüdern, ihre Mutter mit Paulas drei Schwestern zusammen. Danach hat sie nie wieder etwas von ihnen gehört.

 

Schicksale von Verfolgten nimmt auch Kersten Prasuhn von der Evangelischen Heimvolkshochschule Loccum in den Blick. Er bereitet mit Jugendlichen eine Lesung zu diesem Thema vor, die am 14. Oktober, 16.30 Uhr, in der ‚Romantik Bad Rehburg aufgeführt wird und danach von Schulen gebucht werden kann. Für Schulen besteht zudem die Möglichkeit, große Teile der Ausstellung zur Verfügung gestellt zu bekommen. Führungen durch die Ausstellung können angemeldet werden und sind für Schülergruppen kostenlos. Anmeldungen zu den Führungen werden unter der Telefonnummer (0 50 37) 13 89 entgegen genommen.

 

Wie weit die Kreise sind, die das Projekt in Rehburg-Loccum zieht, zeigt sich unter anderem auch an der Beteiligung der Loccumer Oberschule. Deren Konrektor Werner Völlers bestätigte, dass seine Schule einen Thementag für Oktober vorbereite und außerdem mit mehreren Schülergruppen die Ausstellung besuchen wolle.

Woran der Arbeitskreis dann noch arbeitet, bevor mit der Vernissage in der ‚Romantik Bad Rehburg’ am Freitag, dem 3. Oktober, 11 Uhr, das Veranstaltungsprogramm beginnt, ist das Einwerben von Spenden für Stolpersteine und Veranstaltungen.

 

Spendenkonto: Verein für Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit e.V., Stichwort: Stolpersteine Rehburg-Loccum, Sparkasse Nienburg, BLZ: 25650106, Konto-Nr.: 36192409, IBAN: DE54256501060036192409, BIC: NOLADE21NIB.

Heidtorstraße 1
31547 Rehburg-Loccum

Tel.: 0 50 37 13 89
arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de

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Spendenkonto

Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum
Sparkasse Nienburg
IBAN: DE54 2565 0106 0036 1924 09
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Weitere Tipps

„Faktencheck zur NS Zeit für Schüler“
www.ns-zeit-hannover.de

Alte Synagoge Petershagen

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Ehem. Synagoge Stadthagen

www.stadthagen-synagoge.de

Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
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