Glossar

Auschwitz, das größte Konzentrationslager im damals deutsch besetzen Polen (heute Oświęcim, UNESCO Welzkulturerbe), war ein Lagerkomplex, der aus dem KZ Auschwitz-Birkenau, dem Stammlager Auschwitz sowie dem KZ Auschwitz–Monowitz bestand. Allein im Stammlager sind vermutlich mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

 

Das Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe von Weimar, war eines der größten deutschen Konzentrationslager. Zwischen 1937 und 1945 waren mehr als 250.000 Menschen dort inhaftiert. Ca. 56.000 Menschen, darunter 11.800 Juden sind dort getötet worden.

 

Endlösung, kurz für „Endlösung der Judenfrage“ bezeichnet das Ziel des nationalsozialistischen Regimes, alle Menschen in Europa, die man als Juden definierte, zu vernichten.

 

Als Ghetto wurde seit vielen hundert Jahren ein abgeschlossenes Judenviertel in den Städten bezeichnet, in denen Juden wohnen mussten und die sie nach Sonnenuntergang und an Sonn- und Feiertagen nicht verlassen durften.

Im Gegensatz dazu waren Ghettos in der Zeit der Nationalsozialismus eine Form von Internierungslagern, in denen Juden durch Zwangsarbeit, Unterernährung oder Krankheiten ums Leben kamen oder in Konzentrationslager und Vernichtungslager deportiert und dort ermordet wurden. Zwischen 1939 und 1944 gab es 1150 dieser Ghettos in zahlreichen Ländern Osteuropas.

 

Kindertransport (Refugee Children Movement) bezeichnet die Ausreise von ca. 10.000 jüdischen Kindern aus Deutschland nach England zwischen Ende November 1938 und dem 1. September 1939. Die meisten dieser Kinder sahen ihre Eltern nicht wieder und waren oft die einzigen aus den Familien, die den Holocaust überlebten.

 

Konzentrationslager oder KZ werden im deutschen Sprachraum die Arbeits- und Vernichtungslager genannt, in denen insbesondere in der Zeit des Nationalsozialistischen Regimes (1933 bis 1945) vor allem Juden, aber auch Sinti und Roma, geistig Behinderte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und sogenannte „Asoziale“ zur Arbeit gezwungen und/oder ermordet wurden. In den 24 Hauptlagern und mehr als 1000 Außenlagern kamen vermutlich zwei Drittel der insgesamt sechs Millionen getöteten Juden ums Leben. Detaillierte Informationen z.B. hier: https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/haftstaetten/index.php?tab=24

 

Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 waren die rechtliche Grundlage für die Verfolgung (und Vernichtung) der Juden in Deutschland. Mit diesen Gesetzen war Antisemitismus nicht nur legal, sondern gesetzlich verordnet. Eines dieser Gesetze, das sog. „Blutschutzgesetz“, verbot die Ehe zwischen Juden und Nicht-Juden. Nach dem zweiten Nürnberger Gesetz, dem Reichsbürgergesetz, waren Menschen jüdischen Glaubens keine Reichsbürger mehr. Es war ihnen verboten zu wählen oder ein öffentliches Amt zu bekleiden. Als Jude galt, wer mindestens drei jüdische Großeltern oder wer zwei jüdische Großeltern hatte und jüdischen Glaubens war, mit einem Juden verheiratet oder ein jüdisches Elternteil hatte.

 

Pogromnacht, auch Reichspogromnacht oder „Reichskristallnacht“, ist die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Jüdische Geschäfte und Synagogen wurden in ganz Deutschland in Brand gesetzt, tausende Juden misshandelt, inhaftiert oder getötet. Die Aktionen waren nicht längerfristig geplant, sondern kurzfristig nach dem Attentat auf den Legationsrat der deutschen Botschaft in Paris am 7. November 1938, Ernst vom Rath, durch den siebzehnjährigen polnischen Juden Herschel Grynszpan initiiert worden.

 

Schutzhaft ist die verschleiernde Bezeichnung für die Inhaftierung und Misshandlung in Konzentrationslagern.

 

Synagoge (griechisch, „Versammlung“) Im Hebräischen wird die Synagoge auch als "Beth Knesset" (Haus der Versammlung), Beth Tefila (Haus des Gebets) oder Beth Midrasch (Haus des Lernens) bezeichnet. Seit der Zerstörung der Jerusalemer Tempels durch die römische Besatzung im Jahr 70 nach Christus ist die Synagoge das Haus des Gebets, des Lernens und der Versammlung für die Gemeinde.

 

Das KZ Theresienstadt in Terezín (auf dem besetzten Gebiet der Tschechoslowakei, heute Tschechien) war zunächst ein Gestapo-Gefängnis. 1941 wurde es zu einem Sammel- und Durchgangslager für die jüdische Bevölkerung des besetzen Landes. 1942 wurden in das Lager auch alte Juden aus Deutschland und anderen besetzten europäischen Ländern gebracht. Das nationalsozialistische Regime zeigte dieses KZ ausländischen Besuchern als „jüdische Mustersiedlung“ u.a. in dem Film „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“. Der Regisseur des Films, Kurt Gerron - selber Jude -, und die meisten Mitwirkenden sowie fast alle Kinder-Darsteller wurden nach den Aufnahmen deportiert und ermordet.

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