Kriegsende 1945 in Münchehagen

 

Notizen zum Kriegsende in Münchehagen

 

 

 Einen kleinen Einblick an die Geschehnisse zum Kriegsende vom April 1945 in Münchehagen geben diese Aufzeichnungen, die eine Frau aus dem Dorf seinerzeit gemacht hat:

 

 

 Am 7. April hörte man schon morgens, dass die Panzerspitzen schon in Rosenhagen und Wiedensahl seien. Daraufhin mussten alle in den Keller.

 

Soeben vor Abend zogen die ersten Engländer bei uns vorbei. Sie waren aus dem Sündern (Anmerkung: Teil des Loccumer Klosterforstes) durch die Preußische Straße gekommen. In der Nacht hörte man auch schon die verschiedensten Fahrzeuge rollen. Niemand durfte nach 9 Uhr noch auf der Straße sein. Viele Häuser wurden in dieser Nacht schon von Engländern bewohnt. Wir waren an diesem Tag nur einige Stunden im Keller, weil hier kein Widerstand geleistet wurde. Dagegen hatte Loccum unter Beschuss zu leiden und hatte dadurch auch Verluste an Menschen und Häusern. Abends war von uns aus ein schauriger Blick in Richtung Nordwest. Mehrere Zivilisten aus der Gegend suchten Unterkunft bei uns. Indes war dann auch schon die Weserbrücke gesprengt.

 

 

 

Am Sonntag, dem 8. April, fuhren die verschiedensten Fahrzeuge, auch Panzer, in einer anhaltenden Kette vorbei. Sonntagnachmittags schon mussten Blumenstraße und Sackstraße geräumt werden. Man sah die Bewohner dieser beiden Straßen mit ihren Betten und sonstigem Hausrat fahren. Als auch wir einem englischen Offizier unsere Räumlichkeiten zeigen mussten und derselbe dann sogleich den Bescheid gab „in 20 Minuten“ das Haus zu räumen. Kein Telefon, man konnte wegen des Verkehrs nicht über die Straße gehen, das Nötigste wurde eingepackt.

 

In Sorge holten wir am Montagmorgen unser Vieh und einige Kleidungsstücke. Im Hause war reges Leben und Durcheinander, alle Türen und Schränke standen offen.

 

Einige Tage darauf hörten wir abends schon in der Dunkelheit Flieger über dem Dorf, es knatterten auch Maschinengewehre. Am Mittwoch wollten wir nachsehen, was passiert war und ob unser Haus noch besetzt war. Die Flieger hatten allerlei Unheil angerichtet, neben Häuserbeschädigung waren auch zwei Kinder tödlich verletzt worden. Ein Hausbesitzer starb tödlich verletzt im Lazarett Loccum.

 

Die Flieger sollen wohl unsere gewesen sein. Sonst ist unser Dorf nicht beschossen worden. Aber Loccum hatte zu leiden. 12 bis 15 Häuser sind dabei in Asche gelegt.

 

 

 

Heidtorstraße 1
31547 Rehburg-Loccum

Tel.: 0 50 37 13 89
arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de

Suchen

Spendenkonto

Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum
Sparkasse Nienburg
IBAN: DE54 2565 0106 0036 1924 09
BIC: NOLADE21NIB

Kooperationspartner

Weitere Tipps

„Faktencheck zur NS Zeit für Schüler“
www.ns-zeit-hannover.de

Alte Synagoge Petershagen

www.synagoge-petershagen.de

Ehem. Synagoge Stadthagen

www.stadthagen-synagoge.de

Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
pogrome1938-niedersachsen.de

Unser Arbeitskreis auf Youtube...

… und auf Facebook

zu unserer Facebook-Seite Stolpersteine Rehburg-Loccum