Lesung zur Euthanasie kommt nach Minden

Vernissage mit Vortrag "Luther und die Juden" von Fritz Erich Anhelm

am Sonntag, 29. November 2015, um 16.00 Uhr im Mindener Rathaussaal

Eine Lesung zur Euthanasie in der NS-Zeit haben Jugendliche in unserem Arbeitskreis in diesem Jahr ausgearbeitet und aufgeführt. Was als Rehburg-Loccumer Projekt begann, zieht mittlerweile Kreise – am 1. Advent lesen sie im Mindener Rathaussaal zur Eröffnung der „Woche der gegenseitigen Achtung“.

„Minden – für Demokratie und Vielfalt“ heißt der Verein, der die „Woche der gegenseitigen Achtung“ organisiert. Dessen Organisator Karl-Heinz Ochs hatte die Lesung in Rehburg-Loccum gesehen und war sofort auf die Gruppe mit der Bitte zugegangen, auch nach Minden zu kommen. Die Jugendlichen waren bereit dazu, und so sind sie es nun, die am Sonntag, dem 29. November, 16.00 Uhr, im Großen Rathaussaal in Minden den Auftakt zu einer Woche mit zahlreichen Aktionen für Demokratie und Vielfalt gestalten.


Von Menschen werden sie in ihrer szenischen Lesung erzählen, die von den Nazis in die Psychiatrie oder „Kinderheilanstalten“ eingewiesen und systematisch getötet wurden – und auch von den Tätern. Sie werden einzelne Schicksale und die perfiden Pläne der Nazis deutlich machen, die zur Ermordung von geschätzten 300.000 Menschen aus Gründen der „Rassehygiene“ führten - die von dem System „angekreuzt und aussortiert“ wurden. Das Kreuz, das die Gutachter des Euthanasie-Programms hinter die Namen der Menschen machten, kam einem Todesurteil gleich. „Angekreuzt und aussortiert“ ist auch der Name, den die Jugendlichen ihrer Lesung gegeben haben.

Der Lesung voran geht ein persönlicher Rückblick auf Gründung, Arbeit, Sinn und Zweck des Vereins vom ehemaligen Mindener Bürgermeister Michael Buhre. Ausgangspunkt der Arbeit waren Aufmärsche von Neonazis in den Jahren 2006 und 2007. An die Lesung anschließend besteht die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Akteuren.


Am folgenden Tag, Montag, 30. November, 19.30 Uhr, steht innerhalb der Aktionswoche noch einmal Euthanasie im Mittelpunkt, wenn der Leiter des Bad Rehburger Maßregelvollzugszentrums, Dr. Michael von der Haar, die Mechanismen der Ermordung von „Geisteskranken“ durch die Nazis an Fallbeispielen darstellt. Der Vortrag findet im Preußen Museum NRW in Minden statt. Weitere Angebote zur „Woche der gegenseitigen Achtung“ werden auf der Website www.lap-minden.de bekannt gegeben.

Heidtorstraße 1
31547 Rehburg-Loccum

Tel.: 0 50 37 13 89
arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de

Suchen

Spendenkonto

Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum
Sparkasse Nienburg
IBAN: DE54 2565 0106 0036 1924 09
BIC: NOLADE21NIB

Kooperationspartner

Weitere Tipps

„Faktencheck zur NS Zeit für Schüler“
www.ns-zeit-hannover.de

Alte Synagoge Petershagen

www.synagoge-petershagen.de

Ehem. Synagoge Stadthagen

www.stadthagen-synagoge.de

Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
pogrome1938-niedersachsen.de

Unser Arbeitskreis auf Youtube