„Ein ‚Nie wieder’ erreichen“

Eröffnung der Ausstellung im RPI zu verfolgten Juden in Rehburg-Loccum

Loccum, 17. Januar 2015. Die Geschichte der Juden in der Stadt Rehburg-Loccum steht im Mittelpunkt der Ausstellung ‚Sie waren Nachbarn’. Aktuelle Bezüge zur Verfolgung der Juden sind zur Vernissage im Religionspädagogischen Institut Loccum (RPI) am 17. Januar 2015 aufgegriffen worden. 

„Nur wenn wir wissen und uns mit diesem Wissen auseinandersetzen, können wir ein ‚Nie wieder’ erreichen.“ Die Intention, mit der der Arbeitskreis ‚Stolpersteine Rehburg-Loccum’ vor einem Jahr angetreten ist, hat dessen Mitglied Dieter Hüsemann mit diesem einen Satz zusammengefasst. Geforscht hat der Arbeitskreis, hat erste Stolpersteine für Verfolgte verlegen lassen und die weiteren Ergebnisse seiner Arbeit öffentlich gemacht – zum einen mit dieser Website, zum anderen mit einer Ausstellung, die nun im RPI gezeigt wird.


„Wie erleben zurzeit, … wie neue Ziele und Opfer für den menschlichen Frust gesucht und gefunden werden, wie nationalistische Tendenzen sich gegen Minderheiten wenden“, sagte Hüsemann. Bevor sich dieses Denken und Verhalten wieder gegen Minderheiten richte, müsse deutlich werden, dass diese Minderheiten Nachbarn seien – „unsere Nachbarn“. Die geschichtliche Aufarbeitung sei eine gute Möglichkeit, dieses Bewusstsein zu fördern.

Einmal schon ist die Ausstellung ‚Sie waren Nachbarn’ gezeigt worden – im Kulturzentrum ‚Romantik Bad Rehburg’. Dass sie nun auch im RPI sein dürfe, sei ein besonderer Glücksfall, fügte Hüsemann hinzu. Nicht nur die Menschen aus der Stadt bekämen so eine weitere Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte sondern auch die vielen Lehrer und anderen Besucher des RPI. Als Multiplikatoren könnten sie das Wissen um die Geschichte mit in ihren Alltag nehmen.

 

Den aktuellen Bezug der Ausstellung sah auch Steffen Marklein, Pastor und im RPI für Medienpädagogik und Ausstellungen zuständig. Dem Zusammenleben der Menschen dienen, sei eine Aufgabe der Religionspädagogik. Um aufmerksam zu machen, um diesem Zusammenleben zu dienen, würden speziell zu dieser Ausstellung auch Führungen vom Arbeitskreis Stolpersteine angeboten. Erste Gruppen hätten sich angemeldet, auf weitere wie etwa Schulklassen Konfirmandengruppen und auch Gruppen von Lehrern hoffe er.

Das Thema aufgreifen und Verbindungen schaffen ist ein weiteres Element bei der Vernissage gewesen: mit jiddischer Klezmermusik, die vom Loccumer Peter Neu und der Münchehäger Schülerin Juliane Knauer vorgetragen wurde. Der Applaus, um den Neu – auch ein Mitglied des Arbeitskreises – für Juliane Knauer bat, kam von Herzen.

 

Die Szenen aus dem Alltag der jüdischen Gemeinde in der Stadt, zu Verfolgung, Flucht, Deportation und auch Widerstand sind im RPI noch bis zum 10. April 2015 zu sehen. Das RPI ist montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags, 9 bis 12 Uhr, geöffnet. Gruppen, die Führungen durch die Ausstellung in Anspruch nehmen möchten, können sich unter den Telefonnummern (0 50 37) 13 89 oder (0 57 66) 81-152 anmelden.


Für Dienstag, den 27. Januar, den Tag, an dem sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 70. Mal jährt, ist für 19.30 Uhr ein Vortrag von Christian Stäblein, Konventual-Studiendirektor des Predigerseminars im Kloster Loccum, mit dem Titel ‚Christsein nach Auschwitz’ geplant. Interessierten wird für 18.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung angeboten.

Einladung zur Ausstellungseröffnung

"Sie waren Nachbarn –- geflüchtet, deportiert, ermordet" im RPI Loccum

Ausstellung im Religionspädagogischen Institut Loccum
Sonnabend, 17. Januar, bis Freitag, 10. April 2015

Mittendrin in Rehburg und Bad Rehburg haben über Jahrhunderte Juden gelebt. Bis zur Zeit des Nationalsozialismus.


Alltägliche Episoden aus dem Leben der Juden vor der NS-Zeit zeigt diese Ausstellung. Aber auch Szenen der Unterdrückung, Verfolgung, Gewalt - und der Zivilcourage. Solche von der Angst, die diese Rehburg-Loccumer Nachbarn hatten. Und den Konsequenzen, die sie zogen.

 

Innerhalb des Ausstellungszeitraumes werden verschiedene Angebote gemacht.

 

 

Führungen durch die Ausstellung

Gerne bieten wir Gruppen Führungen durch die Ausstellung an.
Interessierte melden sich bitte unter arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de oder wählen die Telefonnummern (0 50 37) 13 89 oder (0 57 66) 81-152.

Eintritt: kostenlos – wie auch die Führungen

 

 

Anschrift

Religionspädagogisches Institut Loccum

Uhlhornweg 10-12

31547 Rehburg-Loccum, Ortsteil Loccum

Telefon: (0 57 66) 81-152

 

 

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Sonnabend und Sonntag: 9 bis 12 Uhr

Faltblatt zur Ausstellung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.2 MB
Plakat zur Ausstellung.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.6 MB

Suchen

Kontakt

Sie haben Fragen? Sie haben Interesse? Sie wollen mitmachen? Wir freuen uns immer über Ihre Meinung!

 

Unsere E-Mail-Adresse: arbeitskreis@stolpersteine-rehburg-loccum.de

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www.synagoge-petershagen.de
und www.facebook.com/
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Auch der Förderverein der  ehemaligen Synagoge in Stadthagen bietet Veranstaltungen rund um die Verlegung von Stolpersteinen an:
www.stadthagen-synagoge.de