228 Gräber

26 Grabsteine mit 228 Namen – das ist das Bild des sogenannten Ehrenfriedhofs in Bad Rehburg. Gemeinsam haben alle, die dort beerdigt wurden, dass sie in den Jahren 1945 bis 1949 starben und dass sie alle auf die eine oder andere Art und Weise ebenfalls zu den Opfern der Nationalsozialsten gehören.

Aus Russland, Lettland und Jugoslawien, aus Litauen, Polen, Ungarn, Rumänien und den Niederlanden stammen die Menschen. Nach Bad Rehburg kamen sie alle in der Hoffnung darauf, dass ihnen im Hospital Montgomery, das in jenen Jahren dort von der britischen Besatzungsmacht geführt wurde, geholfen werden könnte. Und sie sind diejenigen, die es doch nicht schafften und weitab von ihrer jeweiligen Heimat beerdigt wurden. Gräber von Männern, Frauen und Kindern finden sich dort. Bislang wissen wir kaum mehr von ihnen als das, was die Grabsteine an Aufschluss geben: Die Namen, Geburts- und Sterbedatum.

Wir wissen aber, dass ein großer Teil dieser Menschen von den Nazis zur Zwangsarbeit nach Deutschland geholt worden war. Wir wissen, dass andere von ihnen aus Konzentrationslagern kamen. Vermutlich waren auch Kriegsgefangene unter ihnen. Und es sind einige Kinder dort begraben, deren Eltern eines dieser Schicksale hatten erleiden müssen und die nach dem Krieg irgendwo in der Nähe Bad Rehburgs in einem der Lager lebten, wo sie als „Displaced Persons“ (DP) – als Menschen, die nicht an jenem Ort beheimatet sind – geführt wurden.

Eines unserer nächsten Ziele ist es, mehr über dieses Gräberfeld und über die Menschen, die dort beerdigt wurden, zu erfahren. Womöglich werden wir eines Tages zum Gedenken an das, was diesen 228 Menschen widerfahren ist, eine Stolperschwelle in Bad Rehburg verlegen lassen.

Eine erste Begegnung mit dem Bruder eines Kindes, dessen Grab dort ist, hatten wir im Mai 2019. Chris Gral kam aus den USA nach Bad Rehburg, um am Grab seines Bruders Jan stehen zu können.
Chris war 1946 in Bergen Belsen zur Welt gekommen – seine Eltern hatten sich dort im KZ kennengelernt, beide waren sie politisch verfolgte Polen.
Chris‘ Bruder Jan wurde 1947 in Diepholz geboren. Wenig später kam die Familie in ein DP-Camp in Loccum. Rund fünf Monate alt war Jan, als er eine Lungenentzündung bekam, von der die Ärzte im Hospital Montgomery ihn nicht heilen konnten.

Wir sind nun auf der Suche nach 228 Schicksalen, nach der Geschichte des Bad Rehburger Hospitals Montgomery sowie der DP-Camps und auch der Zwangsarbeiter-Lager, die es zur NS-Zeit in Rehburg-Loccum gab. Jeden Hinweis nehmen wir gerne entgegen.

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