Familie Busack

„Wisst Ihr etwas über Herta?“ – Als wir 2013 Kontakt zu Paula Calder, der einzigen Überlebenden der Bad Rehburger Familie Freundlich, bekommen hatten, war die Frage nach ihrer Freundin Herta Busack eine der ersten, die sie uns stellte.

 

Die Frage nach ihrer Freundin Herta haben wir Paula beantworten können – im Jahr 1941 wurde Herta gemeinsam mit ihrer Mutter Else Busack deportiert. Zunächst nach Riga, dann nach Stutthof. Sie ist eines der vielen jüdischen Opfer der Nationalsozialisten, die ermordet wurden – ebenso wie ihre Mutter.


Hertas Vater Erich war zum Zeitpunkt der Deportation bereits ein Jahr tot. Er gehört zu denjenigen, die dem „Euthanasie“-Programm der Nazis zum Opfer fielen.

Innig war die Beziehung zwischen Paula und Herta nicht zuletzt deshalb, weil sie beide unter einem Dach lebten bis Paula Anfang 1939 mit einem der Kindertransporte nach England fliehen konnte.

1937 zog Herta mit ihren Eltern in das Haus der Familie Freundlich in Bad Rehburg. Die Familie stammte aus dem benachbarten Dorf Bergkirchen, wo die Eltern von Erich – Julius und Jeanette Busack - lebten. Im Oktober 1940 zogen Herta und ihre Mutter in eines der sogenannten „Judenhäuser“ in Hannover.

Bereits 1934 war Hertas Halbschwester Grete Cohn bei Familie Freundlich eingezogen. Sie heiratete 1940 den aus Preußisch Oldendorf stammenden Alfred Ehrlich. Grete wurde ebenso wie ihre Mutter und ihre Schwester im Dezember 1941 nach Riga deportiert. Damals war sie schon schwanger und brachte in Riga im April 1942 ihren Sohn Gideon zur Welt. Gemeinsam mit ihm wurde sie 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht, wo sie ermordet wurden.


Herta und Else wurden ebenso 1941 nach Riga deportiert und ermordet.

Die Namen von Herta, Else, Grete und Gideon sind auf dem Mahnmal für die Juden Hannovers auf dem Opernplatz eingemeißelt.

Wir hoffen, im Jahr 2019 Stolpersteine für Herta, ihre Eltern und ihre Großmutter verlegen lassen zu können. Unsere Spurensuche nach dieser Familie dauert an.

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