Frieda Simon, geb. Hammerschlag, * 1900

1938 nach Argentinien geflohen

 

Stolperstein:
Brinkstraße 20, Uchte

Frieda Simon geb. Hammerschlag mit ihrem Mann Max Simon
Frieda Simon geb. Hammerschlag mit ihrem Mann Max Simon
Familie:

 
Frieda Hammerschlag wurde am 13. August 1900 in Rehburg geboren und starb 1989 in Argentinien, wohin sie 1938 aus Rehburg gemeinsam mit ihrem Mann, ihrem Vater und Geschwistern geflohen war.

 

Bis zu ihrer Hochzeit im Jahr 1927 lebte Frieda Hammerschlag im Haus ihrer Eltern in der Mühlentorstraße 25 in Rehburg, wo sie auch geboren wurde. Nach der Hochzeit zog sie zu ihrem Mann Max Simon nach Uchte. Da dort die letzte freiwillig gewählte Wohnstätte des Ehepaars war, sind Stolpersteine für Frieda und Max Simon nicht in Rehburg sondern in Uchte verlegt worden.


Friedas Mutter Berta Hammerschlag starb bereits 1924 und ist auf dem jüdischen Friedhof Rehburg begraben worden. Ihr Vater Salomon Hammerschlag flüchtete 1938 gemeinsam mit ihr sowie ihrem Bruder Julius, dessen Frau Betty sowie Friedas Mann Max Simon nach Argentinien. Schwester Paula und deren Ehemann folgten der Familie zwei Jahre später.


Friedas Ehe mit Max Simon blieb kinderlos. Nach seinem Tod im Jahr 1968 lebte sie allein und starb 1989 in Argentinien. Sie kehrte nie nach Deutschland zurück.

Auch in einem Buch, in dem Rehburger Schulabgänger verzeichnet sind, haben wir ihren Namen gefunden.
Auch in einem Buch, in dem Rehburger Schulabgänger verzeichnet sind, haben wir ihren Namen gefunden.
Erinnerungen:

 

Erinnerungen älterer Rehburger an die Familie Hammerschlag gibt es kaum noch. Das liegt vermutlich daran, dass die Familie bereits 1938 aus Rehburg floh. Direkt vor dieser Flucht soll die Familie im Bürgersaal des Rehburger Rathskellers das Inventar ihres Hauses verkauft haben – das erzählte uns ein Rehburger. Auch erinnerte er sich daran, dass sie Möbel, Reitsättel und Pferdegeschirr in zwei Lkw mitgenommen haben.


Zu Frieda haben wir außerdem zwei Hinweise in der Chronik des Gemischten Chors Rehburg gefunden. Zum einen ist dort verzeichnet, dass sie am 9. April 1920 Mitglied wurde. An einer weiteren Stelle wird erwähnt, dass sie am 22. März 1927 geheiratet hat.  Auch in einem Buch, in dem Rehburger Schulabgänger verzeichnet sind, haben wir ihren Namen gefunden. 1907 wurde sie eingeschult, Ostern 1915 aus der Schule entlassen.

 

 

Schicksal:

 

Noch vor der Pogromnacht hatte die Familie Hammerschlag erkannt, wie gefährlich die Situation für die Juden in Deutschland war, und vermutet, dass die Lage noch schwieriger werden würde – so schwierig, dass sie es vorzog, weit fort zu fliehen.

Die ‚Jewish Colonization Association’ (JCA) bot ihnen die Chance zur Flucht in eine ihrer Kolonien in Argentinien an. Der aus Bayern stammende Baron von Hirsch hatte 1891 die JCA, eine jüdische Siedler–Vereinigung, gegründet. Mit einem Teil seines Vermögens gründete Baron von Hirsch 21 Kolonien in Argentinien zur Ansiedlung russischer Juden. Diese Möglichkeit konnten auch deutsche Juden während der Nazizeit nutzen.

Bereits 1937 entschied sich Friedas Familie zu fliehen. Ihre Einreisebewilligung von der argentinischen Regierung datiert vom 2. September 1937. Bis zur endgültigen Flucht dauerte es dann noch einige Monate. Zuvor verkaufte Friedas Vater Salomon sein Haus in Rehburg und auch einen großen Teil ihrer übrigen Besitztümer. Frieda und Max Simon zogen im Dezember 1937 von Uchte nach Rehburg – vermutlich, um gemeinsam die Flucht vorbereiten zu können. Salomon Hammerschlag, seine Tochter Selma, sein Sohn Julius, dessen Frau Betty sowie Frieda und Max Simon fuhren Anfang 1938 zunächst nach Hamburg. Von dort aus ging es mit dem Schiff „Monte Olivia“ in Richtung Argentinien.  Am 22. März 1938 lief das Schiff in den Hafen von Buenos Aires ein.

Quellen:

Hinterlassene Unterlagen von Heinz Hortian, Rehburg

Kreisarchiv Nienburg

Projekt Stolpersteine Uchte

Erinnerungen von Rehburgern und Jose Hammerschlag

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